Brandaktuell vor Weihnachten: Steigerturm NEWS 3/2020

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Der „höchste“ Weihnachtsbaum Dortmunds steht jetzt auf dem Steigerturm

Pünktlich zum 1. Advent hat „Unsere Mitte Steigerturm“ wieder einen glitzernden Baum auf dem Turm der alten Feuerwache installiert. Gespendet wurde der Baum von Gärtnermeister Dirk Scholz, dem wir hiermit ein herzliches Dankeschön sagen. Vorbereitet für das Einstielen in die von Mirko Glotz konstruierte Metallhülse am Geländer der Turmplattform wurde der Baum durch Sebastian Wandmacher (mit super scharfem Handbeil) und Burkhard Treude.

Die meiste Arbeit hatten zwei Männer vom Löschzug 13 der Freiwilligen Feuerwehr Berghofen, die den Baum mitsamt der Lichterketten oben auf dem Dach des Steigerturms befestigten: Sven Reichel (auf dem Foto links) und Andreas Kulick haben unsere Anerkennung verdient.

Wegen eines Problems mit der Stromversorgung der Schaltuhr konnte der Baum leider nicht schon am Abend des 1. Advents leuchten. Unser Mitglied Jan Krawczyk-Andreas hat uns dabei geholfen, das Problem zu lösen. Danke dafür!

Der Steiger im Bergbau – und was der Steigerturm damit zu tun hat

Anders als von manchen Berghofern angenommen, ist der Begriff „Steiger“ keineswegs auf den Bergbau beschränkt, sondern nimmt in der Geschichte der Feuerwehr einen festen Platz ein.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts setzten Feuerwehren so genannte „Steiger“ – allesamt Turner – mit neuartigen Hakenleitern ein (hier auf dem Foto der Berghofer Wehr am Steigerturm in den 1920er Jahren gut zu erkennen), die die Dächer der umliegenden Gebäude erstiegen, um den Brand abzuriegeln und von den Dächern aus zu bekämpfen. Die Brandbekämpfung hatte sich durch den Einsatz der Steiger aus ihrer Beschränkung auf die Verteidigung gelöst und hatte die Angriffsfähigkeit gewonnen. „Das Löschwesen ist Turnwesen“, hatte Carl Metz – der Gründer der Maschinenfabrik Carl Metz in Heidelberg zur Herstellung von Feuerlösch- und Rettungsgeräten und Pumpsystemen – in seiner Flugschrift vom Juni 1848 festgestellt. Das galt auch bei sämtlichen neu gegründeten Berufsfeuerwehren, die Turnlehrer beschäftigten.

In der Dissertation „Die freiwilligen Feuerwehren in der Rheinprovinz bis 1918“ S. 177, der Veröffentlichung „Geschichte des Feuerschutzes in Rheinland und Westfalen“ (S. 95 mit dem hier abgebildeten Zitat), der Zeitschrift „Der Feuerwehrmann“ von 1907 (S. 8 mit den hier abgebildeten Anzeigen) sowie der Zeitschrift „Feuer und Wasser in Stadt und Land“ von 1907 (S. 6) finden sich dafür zahlreiche Belege.

Im Festbuch der Freiwilligen Feuerwehr Berghofen zum 90-jährigen Bestehen der Wehr 1983 wird das älteste überlieferte Protokoll vom 18.12.1921 zitiert: „Wehrführer und 1. Vorsitzender: Brandmeister Wilhelm Küster … 1. Steigerführer: L. Mohr, 2. Steigerführer: Karl Trappmann.“ Heutzutage kommt der „Angriffstrupp“ den Steigern am nächsten.

Und was hat der „Steiger“ im Kohle-Bergbau mit den Feuerwehrleuten zu tun? Die Funktion des „Steigers“ entstand ursprünglich im viel älteren Erz-Bergbau. Erzlagerstätten stehen auf Grund ihrer Entstehung häufig steil im Gebirge. Daher waren die Arbeitsplätze der Bergleute – dort, wo das Mineral abgebaut wurde – übereinander angeordnet. Um ihrer Aufsichtspflicht zu genügen, erreichten die Steiger die einzelnen Abbauorte über „Fahrten“ – so nennt der Bergmann die Leitern. Es waren also ähnliche „Kletter“-Fähigkeiten gefordert wie bei den Feuerwehrleuten mit ihren Hakenleitern. Später wurde der „Steiger“ zu einer Führungskraft/Aufsichtsperson im Bergbau.

Burkhard Treude

Ein herzlicher Dank für Hinweise zu dieser Thematik an Ralf Hellmann (Brandinspektor Löschzug 13 FFW Berghofen), Michael Thissen (Feuerwehr-Historiker) und Dr. Volker Schacke (Bergbau-Ingenieur und -Historiker)

Berghofer Historiker geehrt

Der Dortmunder Stadtheimatpfleger Dr. Mathias Austermann schreibt in der neuesten Ausgabe von „Heimat Westfalen“, dem Organ des Westfälischen Heimatbunds, über den Berghofer Dr. Ingo Fiedler, der auch für den Steigerturm als Gutachter tätig war und dem ehemaligen Feuerwehrgebäude bescheinigte, die einzige erhaltene „Landmarke“ in der historischen Mitte des alten Berghofen zu sein.

Denkmaltag war ein Erfolg

In nur zwei Stunden von 14 – 16 Uhr über 60 Besucher, die ausschließlich aus Berghofen und der direkten Umgebung kamen. Das war angesichts der insgesamt schwierigen Corona-Situation ein voller Erfolg für „Unsere Mitte Steigerturm“.

Der Architekt Heinrich Schwakopf stellte die Umbaupläne für den Steigerturm vor, die sich außen an der ursprünglichen Gebäudestruktur von 1914 orientieren und innen barrierefreien Loft-Charakter mit neuster Technik verbinden. Beginn des Umbaus im Frühjahr 2021, geplante Fertigstellung des Bürgerhauses mit Kultur- und Bildungsforum im Frühjahr 2022.

Heinrich Schwakopf, der Berghofer Architekt, der auch die Rohrmeisterei in Schwerte verantwortete. Foto: Burkhard Treude

Oberbürgermeister übergibt den Schlüssel

In einem symbolischen Festakt übereichte Oberbürgermeister Ullrich Sierau am 10. September 2020 den goldenen Schlüssel an „Unsere Mitte Steigerturm“.

Auf dem Foto (Roland Gorecki/Stadt Dortmund) hinter OB Sierau und Steigerturm-Vorsitzendem Winfried Liebig v. l.: Norbert Emig, Annette Wilmsmann, Jürgen Schädel, Jan Gravert, Barbara Blotenberg (verdeckt), Burkhard Treude, Detlef Vogel, Ewald Schumacher

Zweimal Steigerturm-Klassik in der Kreuzkirche für Kinder und Erwachsene

Vorverkauf im Steigerturm am 12. September

Am Sonntag, dem 27. September, kann der Verein „Unsere Mitte Steigerturm“ nach langer pandemiebedingter Zwangspause endlich wieder ein Klassik Konzert veranstalten. Das Konzert findet diesmal in der Ev. Kreuzkirche am Fasanenweg unter Einhaltung aller geltenden Coronaschutzmaßnahmen statt.

Die musikalische Leiterin der Konzertreihe Diana Schneider hat den Wunsch vieler Berghofer erfüllt und konnte die Harfenistin Valeska Gleser für dieses Konzert gewinnen. Das Duo „Saite an Saite“ begeisterte schon im Dezember 2018 beim Eröffnungskonzert der Reihe die vielen neugierigen Zuhörer.

Um 15:00 Uhr findet ein Kinderkonzert mit Erzählung zur „Zauberflöte“ von W. A. Mozart statt. Das Konzert wird etwa 30 Minuten dauern. Der Eintritt für Eltern mit Kindern ist frei, Platzkarten müssen vorab reserviert werden. Um Spenden für die Musikerinnen wird gebeten.

Wegen der besonderen Situation in Zeiten von Corona, die eine begrenzte Platzzahl mit sich bringt, wird für das Erwachsenen-Konzert um 17 Uhr ein Eintrittsgeld in Höhe von 15 Euro (Kinder bis 14 Jahre: 5 Euro) erhoben. Die Karten können per Mail unter steigerturm@dokom.net reserviert und erworben oder aber am 12. September in der Zeit von 10 – 12 Uhr am Steigerturm in Berghofen gekauft werden. Die Einnahmen kommen dem Verein und den beiden Künstlerinnen zu je einem Drittel zu Gute.

Die Einlasszeiten für die Konzerte werden beim Erwerb der Karte mitgeteilt.

Zu hören sein werden Kammermusikwerke für Harfe und Violine wie die Sonate op. 114 von Louis Spohr (1784 – 1859), in die er eine Reihe von Motiven aus der „Zauberflöte“ seines lebenslang verehrten Vorbildes Mozart kunstvoll eingeflochten hat sowie die Serenade op. 19 des französischen Harfenisten Marcel Tournier (1879 – 1951). Passend zum Beethovenjahr wird das Duo auch eine Komposition von Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) spielen.

Selten gehörte Töne versprechen die Solowerke der beiden Instrumentalistinnen. Diana Schneider wird die in Zeiten des totalen Lockdowns von Armin Behr (Dortmunder Philharmoniker) komponierten „Corona Sundays“ über das Thema von Beethovens „Ode an die Freude“ präsentieren.

Valeska Gleser entführt die Zuhörer mit wunderschönen Klängen des walisischen Harfenisten John Thomas (1826 – 1913) in eine Traumwelt. Abgerundet wird das Programm von einer großartigen Chaconne des italienischen Komponisten Tomaso Antonio Vitali (1663 – 1745).

Violinistin Diana Schneider (links) und Harfenistin Valeska Gleser vor der Kreuzkirche
Foto: Treude

Wahltag ist auch Denkmaltag

Am Sonntag, dem 13. September ist der Steigerturm für zwei Stunden geöffnet.

Das Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ ist maßgeschneidert für das Vorhaben des gemeinnützigen Vereins „Unsere Mitte Steigerturm e.V.“, denn Anfang 2021 soll der Umbau der ehemaligen Feuerwache in Berghofen zu einem Begegnungs-, Bildungs- und Kulturzentrum beginnen.

Am Tag des offenen Denkmals werden von 14 – 16 Uhr die detaillierten Pläne dafür vorgestellt. Der Berghofer Architekt Heinrich Schwakopf (ehem. Inhaber des Architekturbüros Winkler & Partner) hat sich dabei am ursprünglichen Bild des alten Feuerwehrhauses und des dazu gehörenden Steigerturms von 1914 orientiert. Er wird persönlich anwesend sein, um die Umbaupläne zu erläutern.

Gruppen von jeweils maximal vier Personen mit Mund-Nasenschutz können sich gemeinsam mit dem Architekten die Pläne anschauen. Gruppen von maximal neun Personen können (bei Einhalten des Sicherheitsabstands) durch das Gebäude geführt werden. Eine Begehung des Obergeschosses ist zur Zeit wegen des fehlenden zweiten Ausgangs nicht möglich.

Das Gebäude wird im Erdgeschoss ein Kulturforum für Konzerte und andere kulturelle Vorführungen bekommen. Das Obergeschoss wird Heimat für ein Bildungsforum werden, in dem Lehr- und Schulungsveranstaltungen stattfinden werden. Das gesamte Gebäude wird barrierefrei umgebaut, unter anderem wird ein Lift Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen auf die obere Etage bringen. Insgesamt wird darauf geachtet werden, den ursprünglichen Charme der einzigen noch vorhandenen profanen Landmarke in Berghofen zu erhalten bzw. zu rekonstruieren.

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